Kleine Autoritäten warten auf Klimawandel

Publiziert am 19. März 2014 von

Seit Jahren finden Klimaverhandlungen ohne bedeutende Fortschritte statt. Sobald es um konkrete Zusagen geht, verargumentieren Politiker Verantwortung hinter wirtschaftlichen Abwägungen. Der Koloss der Verhandelnden ermüdet nicht nur sich selbst, sondern auch das öffentliche Interesse. Eine erholsame Perspektive gelingt dem Künstler Isaac Cordal mit seinen kleinen Autoritäten.

Issac Cordal eröffnet eine provokante Sicht auf Klimaverhandlungen und gesellschaftliche Fragen, mit seiner Schar kleiner Zementfiguren. Die Männchen müssen entdeckt werden: Bedacht in unserer Umwelt in Szene gesetzt, fallen sie einem nicht ohne Weiteres auf.

Issac Cordal ist dafür bekannt, dringende Zeitfragen im Kleinen zu inszenieren. Um mit dem steigenden Meeresspiegel auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen, setzte Cordal eine Gruppe von Männchen in Nantes unter Wasser: Die Serie Waiting for Climate Change ist ein eindringender Gestus für die Konsequenz des Nichtstuns.

Um seine Misstrauen gegenüber Autoritäten – Geschäftsleuten und Politikern – hervorzuheben, sind die Figuren mit Aktentaschen ausgestattet. In Follow the Leaders warnt Cordal, Reichen und Mächtigen blind zu vertrauen. Zukunft wird nicht von Menschen gemacht, deren Interesse an Geld und Macht in der Gegenwart liegt.

La otra frontera--Follow the leaders: brainwashingSan JoseAmerican dreamAsceta?Waiting for 2018OpheliaFollow the leadersPrintemps, Nantes, FranceSt Nazaire, FranceFollow the leadersYoguiSURVIVORSHomeless$ pain : Take timeFuneral for a concrete figureTrapped in a life timeBlk River festival, Vienna, Austria

Seite von Issac Cordal: www.cementeclipses.com

Weltgrößte Solaranlage geht in USA ans Netz

Publiziert am 13. März 2014 von

Die Verwässerung von EU-Klimazielen ist schon absurd: Wer, wenn nicht Europa, sollte die Möglichkeit der Unabhängigkeit von schmutziger Energie unter Beweis stellen. Europa verfügt über das technische Know How und kommuniziert sich als Streiter für Gerechtigkeit. Aber die Pioneerleistung findet woanders statt: In Amerika geht die weltgrößte Solaranlage ans Netz.

Insgesamt 300.000 computergesteuerte Spiegel mit einer Höhe von sieben Metern und einer Breite von zehn Metern konzentrieren im Ivanpah Solar Electric Generating System das Licht der Sonne auf einen 140 Meter hohen Turm. In dem Sonnenwärmekraftwerk wandelt die Energie des Sonnenlichts Wasser in Dampf um, aus der eine Turbine Strom erzeugt.

Die Umsetzung des Projektes wurde lange durch administrative und rechtliche Hürden verzögert. Der Bau wurde gemeinsam von NRG Energy, Brightsource Energy und Google finanziert und ging am 13. Februar ans Netz.

Die drei Solartürme des Ivanpah Solar Electric Generating System haben eine Gesamtleistung von 392 Megawatt (MW), genug Strom um 140.000 Haushalte in Kalifornien mit sauberer Energie zu versorgen. Jährlich werden damit 400.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, was dem Ausstoß von 72.000 Autos entspricht. Die Anlage erstreckt sich auf insgesamt 13 Quadratkilometer und befindet sich in Kalifornien an der Grenze zu Nevada, 75 Kilometer von Las Vegas entfernt.

Projekte, wie dieses scheinen sich nicht nur für den Klimaschutz auszuzahlen: Seit 2010 ist der Preis für Solarstorm aus Großanlagen um 48% auf 11,2 Cent auf ein Rekordtief gesunken. In den USA wurden in den letzten 18 Monaten mehr Kapazität an Solarstrom installiert als in den letzten 30 Jahren zusammen.

Auch wenn sich der ein oder andere die Atomkraft zurückwünscht oder auf Kohle setzt, der globale Umbau der Energiesysteme hat längst begonnen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Indien und Australien sind kürzlich Megasolarprojekte umgesetzt worden. Europa sollte sich nicht abhängen lassen, sondern sich mit Ehrgeiz zum Energiepioneer entwickeln.

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Quelle: Gizmodo

Bilder: BrightSource Energy, Inc.

Klimawandel: Verantwortung für die Zukunft

Auch wenn in Ländern wie China mit ihren boomenden Megacities der Ausstoß von Treibhausgasen steigt – die westlichen Industriestaaten tragen historisch die Verantwortung für den Klimawandel. Eine neue Studie berechnet die Beiträge von Ländern zur Erderwärmung aus den letzten 200 Jahren.

Versuche, die Verantwortung für den Klimawandel zu messen, gibt es viele. Auch Studien mit dem Ziel, die Hauptverursacher des Klimawandels zu benennen, wurden in den vergangenen Jahren einige veröffentlicht. Die Datenerfassung wird immer genauer, die Datenmengen immer größer.

Eine neue Studie zu den nationalen Beiträgen zur beobachteten Klimaerwärmung stammt von einer Gruppe von Forschern um Damon Matthews von der Concordia University in Montreal. Die Wissenschaftler beziffern darin anhand von historischen Emissionsdaten, wie viel die einzelnen Staaten der Welt in den vergangenen 200 Jahren zum Klimawandel beigetragen haben. Es ist der Versuch, die Frage nach der historischen Verantwortung für die globale Erwärmung zu beantworten – und der implizite Versuch, eine Handlungsempfehlung für die Zukunft zu geben. Das meist beachtete Ergebnis der Studie ist eine Rangliste, die den Beitrag einzelner Staaten zur Erderwärmung in Zahlen fasst.

Die Studie berücksichtigt die von Menschen verursachten Klimagase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Stickstoffoxid sowie Schwefel-Schwebstoffe (Aerosole), die bremsend auf die Erwärmung wirken. Dabei fließen sowohl der CO2-Ausstoß durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe als auch aus landschaftlicher Nutzung (in erster Linie Abholzung) in die Berechnungen ein. Die Basis der Berechnungen bilden die verfügbaren Daten über den Ausstoß von Treibhausgasen aus den vergangenen 200 Jahren.

Die Forschern ordnen anhand der Emissionsdaten jedem Land den von ihm unmittelbar verursachten Temperaturanstieg zu. Die USA sind Spitzenreiter der Klimawandel-Verursacher, gefolgt von den großflächigen und produktionsstarken Ländern China, Russland, Brasilien und Indien. Deutschland steht an sechster Stelle, Großbritannien an siebter. Diese sieben Staaten haben den Berechnungen nach über 60 Prozent des bisherigen Temperaturanstiegs von 0,8 Grad Celius seit Mitte des 19. Jahrhunderts verursacht. Auffällig ist dabei der große Abstand zwischen den USA und den restlichen Staaten. Neben diesen Zahlen sollte uns „Erste Welt“-Ländern vor allem eines zu denken geben: Unter den unrühmlichen „Top 20“ finden sich einige Entwicklungsländer wohl nur deshalb, weil sie die Rohstoffe und Waren liefern, die uns unseren Lebensstandard sichern. So etwa Indonesien als wichtigster Palmöl-Lieferant und Nigeria als bedeutende Ölförderungsnation.

Nationaler Beitrag zur historischen Klimaerwärmung

Nationaler Beitrag zur historischen Klimaerwärmung

Die Forscher haben nicht nur den Gesamt-Beitrag der Länder zur Erderwärmung berechnet, sondern stellen in einer zweiten Rangliste den nationalen Pro-Kopf-Beitrag dar. Die ersten sieben Plätze sind nun von traditionellen Industriestaaten besetzt; China und Indien, die gemeinsam über ein Drittel der Weltbevölkerung stellen, rutschen an die 19. und 20. Stelle. Der durchschnittliche Beitrag zur Klimaerwärmung liegt derzeit weltweit bei 0,11 Grad Celsius pro einer Milliarde Menschen. Dabei ist der Beitrag von Menschen allerdings sehr unterschiedlich, je nach dem, in welchem Land man geboren ist.

Nationaler Pro-Kopf-Beitrag zum Klimawandel

Nationaler Pro-Kopf-Beitrag zum Klimawandel

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss: „If we are to have a chance of staying below 2 °C while also addressing fundamentally important issues associated with international equity, it is imperative that developed countries do not allow their greenhouse gas emissions to continue increasing at historical rates, therefore allowing an overall increase in per-capita climate contributions to be driven primarily by less developed countries.“ (H Damon Matthews et al 2014 Environ. Res. Lett. 9 014010, S.4)

Wir, die privilegierten Bewohner der Industrienationen, können es nicht zulassen, dass unsere Treibhausgas-Emissionen weiter ansteigen. Denn um den globalen Temperaturanstieg unter der kritischen Marke von zwei Gras Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten, darf der weltweite Treibhausgas-Ausstoß nicht mehr als verdoppeln. Dass genau das aber gerade in den aufstrebenden Industrieländern Asiens, Südamerikas und Afrikas und bei steigender Weltbevölkerung passieren wird, ist mehr als wahrscheinlich. Mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen, steht uns nicht zu, im Gegenteil: Wir brauchen ehrgeizige politische Maßnahmen, um die Erderwärmung bei uns zu bremsen. Dass die Abkehr von Klimazielen unter den Industriestaaten derzeit wieder salonfähig zu werden scheint, ist kurzsichtig. Europäer und Amerikaner haben die historische Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und ihr Leben klimafreundlich zu gestalten.

Quelle und Bildnachweise: H Damon Matthews, Tanya L Graham, Serge Keverian, Cassandra Lamontagne, Donny Seto and Trevor J Smith “National contributions to observed global warming

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