Leben in Japan: Die GIF-Bilder von Toyoi Yuuta

Publiziert am 10. August 2015 von

Wenn es um Prognosen zur Entwicklung des Internets ging, haben schon Viele falsch gelegen. Auch das Tod geglaubte animierte GIF-Bild erfreut sich seit wenigen Jahren wieder großer Beliebtheit. Gefühlt ist es die Schallplatte unter den Bildformaten – nur was für Liebhaber. Technisch füllt es die Lücke zwischen statischen Bildern und den boomenden Kurzvideoformaten auf Facebook, Twitter oder Instagram. Die Renaissance des GIF (meint: Graphics Interchange Format) ist zum einen Plattformen wie Tumlbr zu verdanken. Zum anderen haben die kreativen Ideen von Künstlern und Designern das animierte Bild wieder salonfähig gemacht.

Toyoi Yuuta ist einer dieser Künstler. Seine Bilder transportieren eine besondere Atmosphäre, die kaum durch statische Bilder oder Videos so zum Ausdruck kämen. Seine Motive fangen die Gegensätzlichkeit zwischen traditionellem Leben und Modene in Japan ein: Menschen zwischen blinkender Technik und schriller Werbung, die nicht mehr miteinander kommunizieren können oder wollen. In Gedanken woanders. Utopische Kirschblüten-Metropolen, trostlos-verregnete Landschaften mit Goldfischen, wartende Menschen in einer beschleunigten Welt, in der Manches jeder Veränderung trotzt. Die ästhetische, wie verstörende Atmosphäre von Lost in Translation.

Die 8-Bit-Grafik erinnert an die Video-Spiele-Ästhetik von Money Island oder Indiana Jones in den 80iger bzw. 90iger Jahren. Also eine schöne grafische Verortung zwischen modernem und traditionellem Leben. Die Bilder veröffentlicht Toyoi Yuuta auf seinem Tumblr-Blog 1041uuu.

Toyoi Yuuta zeigt mit seinen Bildern, was sich mit GIF vermitteln lässt, was ein normales Bild nicht kann. Ein schönes Beispiel, das hoffentlich andere inspiriert.

Hanno Groth

Hanno Groth

Hanno Groth schreibt für Gradmesser über Kommunikation in der Netzwelt, Geschichten aus der Zukunft und den Wandel in unserer Gesellschaft.
Hanno Groth

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