Ein interaktiver Spiegel aus 450 rotierenden Pinguinen

Publiziert am 30. Juli 2015 von

Ein Spiegel imitiert das Ebenbild eines Betrachters. Fast. Denn selbst wenn wir uns morgens im Badezimmer betrachten, sehen wir doch nur unser umgekehrtes, „gespiegeltes“ Abbild. Daniel Rozin schafft abstrakte, interaktive Spiegel.

Daniel Rozin faszinieren Spiegel. In einer Vielzahl interaktiver Installationen stellt er ihr Prinzip nach. So wie wir mit einem Smartphone einen Spiegel imitieren, indem die Software Kamera und Display koppelt, kombiniert auch Rozin technische Elemente in seinen Projekten. Mit einem Unterschied: Statt Projektor oder Bildschirm zu verwenden, bestehen Rozin’s „Pixel“ aus unterschiedlichen Materialien.

In Rozin’s neusten Projekt besteht das Display aus Pinguin-Pixeln: Die 450 Plüschtiere sind auf einer Vorrichtung montiert, die jedes Tier um 180 Grad drehen kann. Der weiße Bauch und schwarze Rücken simulieren ein Schwarz-Weiß-Display, das über eine Software durch den Sensor gesteuert wird, die auf den Betrachter gerichtet ist. Aus der Entfernung entsteht in der Gruppe Pinguine die Silhouette des Betrachters.

Interaktive Spiegel von Daniel Rozin

Interaktive Spiegel von Daniel Rozin

Interaktive Spiegel von Daniel Rozin

Interaktive Spiegel von Daniel Rozin

Rozin’s Installation war bis zum 3. Juli in der Ausstellung Descent With Modification in der bitforms Gallery (New York) zu sehen. Weitere Spiegel-Projekte finden sich auf der Internetseite von Daniel Rozin.

Spiegel zeigen uns die Wahrheit. Doch oft ist sein Bild trügerisch – man denkt an die Hexe in Dornröschen oder das Bildnis des Dorian Grey. Daniel Rozin’s interaktive Spiegel sind nettes Beispiel wie sich digitale Medien mit Materie miteinander verbinden lassen und wie kreative Installation Menschen zur Interaktion einladen. Die Element, ob Pinguine oder Müll, die zwischen uns und unserem Ebenbild stehen, stellen Fragen über unser Selbstbild.

Hanno Groth

Hanno Groth

Hanno Groth schreibt für Gradmesser über Kommunikation in der Netzwelt, Geschichten aus der Zukunft und den Wandel in unserer Gesellschaft.
Hanno Groth