Grüße aus der Katastrophe

Wie sieht unsere Zukunft aus? Es fällt schwer zu sagen, was nächstes Jahr ist. Wie sollen wir da bloß über das Jahr 2050 oder 2100 nachdenken. Unvorstellbar! Unvorstellbar? Eine Ausstellung in London zeigt uns, wie sie aussieht: Die Zukunft. Wenn wir nicht handeln und etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Robert Graves und Didier Madoc Jones schicken uns Postkarten aus der Zukunft – London 2100.

Die Ausstellung Postcards From the Future setzt traditionelle Touristenmotive in eine verwandelte Welt. Die britische Hauptstadt in einer apokalyptischen Zukunft: In der Themse tummeln sich Gezeitenkraftwerke, der Buckingham Palace ist umstellt von Slums (Klimaflüchtlinge aus anderen Ländern), Windräder säumen den überfluteten Piccadilly Circus und Tornados fegen über den Trafalgar Square. Die Bilder erinnern an Filme wie The Day After Tomorrow oder I am Legend.

Venedig gibt es nicht mehr. Vielmehr ist London nun zur Wasserstadt geworden. Merkwürdig friedlich ist diese Bild inspiriert von den Fotos des durch Hurrikane Katrina überfluteten New Orleans. Das Bild zeigt einen Wasserstand von 7,2 Meter – das ist der Punkt, an dem die Dämme der Themse überschwemmt werden (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Venedig gibt es nicht mehr. Vielmehr ist London nun zur Wasserstadt geworden. Merkwürdig friedlich ist diese Bild inspiriert von den Fotos des durch Hurrikane Katrina überfluteten New Orleans. Das Bild zeigt einen Wasserstand von 7,2 Meter – das ist der Punkt, an dem die Dämme der Themse überschwemmt werden (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Der Klimawandel macht viele Lebensräume unbewohnbar. Der Platz, an dem Menschen Leben, wird eng. Die Verteilung zwischen privaten und öffentlichen Flächen wird neu bewertet. Graves und Madoc Jones haben sich bei dem Bild an Tuca Vieiras Fotos von Slams und Luxuswohnungen in Brasilien inspirieren lassen. In den Baracken um den Buckingham Palace leben 20 Millionen Familien (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Der Klimawandel macht viele Lebensräume unbewohnbar. Der Platz, an dem Menschen Leben, wird eng. Die Verteilung zwischen privaten und öffentlichen Flächen wird neu bewertet. Graves und Madoc Jones haben sich bei dem Bild an Tuca Vieiras Fotos von Slams und Luxuswohnungen in Brasilien inspirieren lassen. In den Baracken um den Buckingham Palace leben 20 Millionen Familien (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Das Bild der Tower Bridge zeigt Menschen beim Schlittschuh laufen (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Das Bild der Tower Bridge zeigt Menschen beim Schlittschuh laufen (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Die globale Wirtschaft erfordert mehr Selbstversorgung, ehemalige Versorgungssysteme versagen. Wo früher Plätze der politischen Machtsymbolik dienten, wird nun Reis angebaut, wie hier am Parliament Square (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones).

Die globale Wirtschaft erfordert mehr Selbstversorgung, ehemalige Versorgungssysteme versagen. Wo früher Plätze der politischen Machtsymbolik dienten, wird nun Reis angebaut, wie hier am Parliament Square (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones).

„Wir mussten darüber nachdenken, welche Geschichte wir mit jeder Karte erzählen,“ erklärt Madoc-Jones Fast Co.Exist. Auf Welt.de berichtet er: „Wir wollen die Aufmerksamkeit erhöhen, die die Leute dem Thema schenken. Niemand weiß, was wirklich passieren wird – und trotzdem tun die Leute so, als habe der Klimawandel für sie keine Folgen.“

Die Katastrophen-Bilder stellten Graves und Madoc Jones erstmals 2010 im Museum of London aus. Die Ausstellung ist in sechs Themen unterteilt: das überflutete London, das heiße London, das kalte London, das resiliente London, Leben in London und Energie in London. Zurzeit arbeiten die beiden Kuratoren an neuen Motiven für andere Weltstädte.

Im Herz von Londons Kino-Landschaft liegt der überflutete Piccadilly Circus. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, stattdessen machen sich Seerosen breit. Windräder und Solarmodule sind Bestandteil des Stadtbildes (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones).

Im Herz von Londons Kino-Landschaft liegt der überflutete Piccadilly Circus. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, stattdessen machen sich Seerosen breit. Windräder und Solarmodule sind Bestandteil des Stadtbildes (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones).

Das Bild der Gezeitenkraftwerke in der Themse ist in Inspiration eines Fotos von Yann Arthus-Bertrand in Frankreich entstanden. Graves und Madoc-Jones erinnern mit dem Bild an die bisher wenig genutzte Energie der Gezeiten (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Das Bild der Gezeitenkraftwerke in der Themse ist in Inspiration eines Fotos von Yann Arthus-Bertrand in Frankreich entstanden. Graves und Madoc-Jones erinnern mit dem Bild an die bisher wenig genutzte Energie der Gezeiten (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones, aerial photograph by Jason Hawkes).

Tornado bei der Whitehall

Der Trafalgar Square ist ein bekannter Platz, der Touristen wie Londoner anzieht. Die größten Landesfeiern finden hier statt. Durch den Klimawandel werden extreme Wetterereignisse in London immer häufiger. Der Whitehall Tornado trifft das Herz der Gesellschaft (© Robert Graves and Didier Madoc-Jones).

Wie also sieht unsere Zukunft aus? Die Postkarten aus der Zukunft mahnen uns darüber nachzudenken – ohne zu moralisieren. Wie die Postkartenmotive 2050 oder 2100 aussehen, entscheiden wir. Heute. Ihre Gestaltung liegt in unseren Händen.

Mehr über das Projekt und weitere Illustrationen von Robert Graves und Didier Madoc Jones: www.postcardsfromthefuture.com und auf  www.gmj.net. Aktuelle Update zu dem Projekt auf Twitter.

Hanno Groth

Hanno Groth

Hanno Groth schreibt für Gradmesser über Kommunikation in der Netzwelt, Geschichten aus der Zukunft und den Wandel in unserer Gesellschaft.
Hanno Groth

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