Die Hälfte des Himmels

Publiziert am 25. August 2012 von

Frauen tragen die Hälfte des Himmels ist ein chinesisches Sprichwort. In vielen Gesellschaften haben Frauen immer noch nicht annähernd eine gleiche Stellung wie Männer – im Gegenteil. Nicholas D. Kristof und Sheryl WuDunn berichten in ihrem Buch, was Frauen auf unserer Erde erleiden müssen und welche Hoffnung sie für eine bessere Zukunft tragen.

Sexhandel, Zwangsprostitution, Müttersterblichkeit und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht sind die Themen, über die die Journalisten der New York Times berichten. Sie erzählen Geschichten von Frauen, die ihr vorbestimmtes Schicksal nicht hinnehmen wollen und beschließen für ein anderes, besseres Leben für sich und andere zu kämpfen.

Eine dieser Frauen ist Usha (28), eine der wenig gebildete Frauen im Slum von Kasturba Nagar in Indien. Wegen ihrer Bildung lange verschont, gerät sie in Konflikt mit dem Gangsterboss Akku Yadav – nachdem sie ihn wegen Vergewaltigung eines Mädchens angezeigt hat. Yadav terrorisiert die Gegend seit 15 Jahren mit Gewalt, vergewaltigt, raubt, foltert, mordet. Um nicht selbst von der Gang Yadavs umgebracht zu werden, muss Usha sich in ihrem Haus verbarrikadieren. Einer Vergewaltigung hatte sie sich zuvor widersetzt. Sie wehrt sich so lautstark gegen die Belagerung, dass andere Slumbewohner – beschämt und ermutigt – zu Hilfe kommen und die Gangster verjagen. Seitdem schützen die Bewohner Usha und sich gegenseitig.

Frauen sind nicht das Problem, sondern die Lösung. Die Notlage ist nicht nur eine Tragödie, sondern kann ebenso gut eine Chance werden.

Das Buch Die Hälfte des Himmels (www.halftheskymovement.org) gibt Hoffnung und zeigt, wie wenig es braucht, um Frauen zu einer besseren Zukunft zu verhelfen. Um Gesundheit, Ernährung und Bildungschancen für die nächste Generation von Frauen zu verbessern und die Wirtschaftsproduktivität allgemein zu steigern. Dabei handelt es sich nicht um eine „innere Angelegenheit“ von Gesellschaften in fremden Ländern. Verantwortung – in einer globalisierten Welt – tragen wir alle. Wie einfach es ist zu helfen, möchten wir, in Anlehnung an das Buch, in 10 Schritten zeigen.

Verstellung Die Hälfte des Himmels in Wetzlar

Meine Mutter und ich stellten Die Hälfte des Himmels am 23. August am Labyrinth in Wetzlar vor.

  1. Fassen Sie den Entschluss, es nicht bei Worten zu belassen!
  2. Teilen Sie Ihre Gedanken mit anderen!
  3. Verbreiten Sie das Thema! Verschenken Sie das Buch Die Hälfte des Himmels, reden Sie mit Freunden, schreiben Sie eine Karte oder Email an Verwandte, mobilisieren Sie Freunde über soziale Netzwerke.
  4. Spenden Sie an Projekte! Frauen-Initiativen finden Sie unter www.globalgiving.org (Spenden), www.betterplace.org (Spenden) und www.kiva.org (Mikrokredite). Informieren Sie sich über Projektpartner und entscheiden Sie sich ein Thema zu  fördern: Bildung, Gesundheit oder Existenzgründung.
  5. Sammeln Sie Spenden! Nutzen Sie Geburtstage, Weihnachten, usw. um für Menschen zu sammeln oder zu schenken (z.B. bei Oxfam Unverpackt). Spenden Sie die Flohmarkteinnahmen oder 10% Ihrer Steuerrückzahlungen.
  6. Erzählen Sie Geschichten! Von Ihrem Patenkind oder dem Leben in anderen Welten.
  7. Organisieren Sie Veranstaltungen! Zeigen Sie Frauenfilme (z.B. bei der Globale Mittelhessen), laden Sie Autoren, Frauenrechtsgruppen (z.B. Terre des Femmes) oder Projektinitiatoren ein (z.B. Malaika). Stellen Sie immer sich und Ihr Engagement vor.
  8. Schaffen Sie Öffentlichkeit! Schreiben Sie einen Leserbrief. Schreiben Sie einen Blog. Schreiben Sie eine Presseerklärung. Gestalten Sie einen Flyer oder ein Poster.
  9. Vernetzen Sie!  Regen Sie Auslandspraktika in Jugendeinrichtungen an. Schreiben Sie Organisationen im Ausland. Bauen Sie Partnerschaften als Brücken: Zwischen einem Fußballclub in Gießen und in Ruanda, einer Schule in Wetzlar und in Peru.
  10. Überzeugen Sie jedes Jahr eine Person (nur eine!) es nicht bei Worten zu belassen!

Niemand kann die Welt alleine retten. Wir hoffen aber, dass diese Hinweise helfen, den ersten Schritt zu machen.

Hanno Groth

Hanno Groth

Hanno Groth schreibt für Gradmesser über Kommunikation in der Netzwelt, Geschichten aus der Zukunft und den Wandel in unserer Gesellschaft.
Hanno Groth